Gelber Umschlag im Briefkasten?

Die Frist von zwei Wochen beginnt an dem Tag zu laufen, der auf dem gelben Umschlag vermerkt ist. Bewahren Sie den Umschlag unbedingt auf und kontaktieren Sie mich umgehend.

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Handeln oder Akzeptieren: Zwei Wege

Ein Strafbefehlsverfahren (§ 407 StPO) dient der Justiz zur schnellen Erledigung von "leichten bis mittelschweren" Straftaten. Die Entscheidung liegt nun bei Ihnen.

Weg 1: Untätigkeit

Rechtskraft nach 14 Tagen

Legen Sie keinen Einspruch ein, wird der Strafbefehl nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist automatisch rechtskräftig. Er steht dann einem regulären Gerichtsurteil gleich. Die Strafe muss verbüßt bzw. gezahlt werden.

Weg 2: Einspruch einlegen

Prüfung durch das Gericht

Mit einem Einspruch verhindern Sie die sofortige Rechtskraft. Die Akte wird geöffnet, Beweise werden geprüft. Das Ziel: Ein Freispruch, eine Verfahrenseinstellung oder eine geringere Geldstrafe.

Wann gelte ich als vorbestraft? (Führungszeugnis)
Verurteilung zu... Führungszeugnis Zeugnis Vorstrafe? Vorstr.? Arbeitgeber? AG? Beratung
Maximal 90 Tagessätze* Kein Eintrag Ja Erfährt nichts Kostenlos prüfen
Max. 3 Monate Freiheitsstrafe* Kein Eintrag Ja Erfährt nichts Kostenlos prüfen
Über 90 Tagessätze Wird eingetragen Ja Einsehbar Kostenlos prüfen
Mehrere Vorstrafen (Tatmehrheit) Wird eingetragen Ja Einsehbar Kostenlos prüfen
Typische Delikte im Strafbefehlsverfahren
Delikt (Beispiele) Verfahren Verf. Fahrverbot? FV? Einspruch Einsp.? Beratung
Unfallflucht (§ 142 StGB) Sehr häufig Oft zwingend Sinnvoll Kostenlos prüfen
Betrug / eBay-Betrug Sehr häufig Selten Sinnvoll Kostenlos prüfen
Alkohol am Steuer Häufig Entzug FE Sinnvoll Kostenlos prüfen

*Voraussetzung für "Kein Eintrag" ist, dass es sich um Ihre erste Verurteilung handelt und bisher keine andere Strafe im Bundeszentralregister steht.

Achtung: Führerscheinentzug per Post!

Häufig wird durch einen Strafbefehl (z.B. bei Unfallflucht oder Alkohol) auch die Fahrerlaubnis entzogen. Mit Eintritt der Rechtskraft dürfen Sie sofort kein Kfz mehr führen. Ein Einspruch schiebt dies hinaus.

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Fristen: Wann ist es zu spät?

Die 14-Tage-Frist korrekt berechnen

Es zählen Kalendertage, keine Werktage

  • Zustellungsdatum: Die Frist beginnt an dem Tag, an dem der Postbote den Brief in Ihren Briefkasten einwirft. Dieses Datum steht handschriftlich auf dem gelben Umschlag.
  • Berechnung: Sie haben exakt zwei Wochen (14 Kalendertage) Zeit, bis der Einspruch beim Amtsgericht eingegangen sein muss. Das Datum des Poststempels reicht nicht!
  • Fristende am Wochenende: Fällt der letzte Tag der Frist auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet die Frist erst am darauffolgenden Werktag (Montag) um 24:00 Uhr.
Im Urlaub gewesen? Wenn Sie beweisen können, dass Sie während der Zustellung unverschuldet abwesend waren (z.B. Krankenhaus, Urlaub), kann eine "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" beantragt werden.

Wie hoch ist die Strafe? (Tagessätze)

Die Geldstrafe in einem Strafbefehl berechnet sich immer nach Tagessätzen. Die Formel ist simpel, birgt aber oft schwere finanzielle Nachteile, weil die Justiz Ihr Gehalt meist nur schätzt.

Berechnung der Geldstrafe

Anzahl der Taten × Ihr Nettoeinkommen

Anzahl der Tagessätze

Spiegelt die "Schwere der Schuld" wider (z.B. 30 Tagessätze für einen leichten Betrug, 60 für Unfallflucht). Ab 91 erfolgt der Eintrag ins Führungszeugnis.

Höhe eines Tagessatzes

Entspricht grob Ihrem monatlichen Nettoeinkommen geteilt durch 30. (Beispiel: 3.000 € Netto = 100 € pro Tagessatz).

Das Problem: Schätzung

Da das Gericht Ihr Gehalt meist nicht kennt, wird es geschätzt – und das oft viel zu hoch. Folge: Die Strafe fällt tausende Euro teurer aus, als sie müsste.

Lösung: Beschränkter Einsp.

Wir können den Einspruch allein auf die Höhe des Tagessatzes beschränken. Das Gericht korrigiert die Strafe nach unten, ohne dass es zu einer öffentlichen Verhandlung kommt.

Wann lohnt sich ein Einspruch?

Ein Strafbefehl basiert oft auf einer sehr einseitigen Aktenlage der Polizei. Ihre Sicht der Dinge wurde vom Richter, der den Befehl nur unterschreibt, noch gar nicht gehört.

Verteidigungsansätze gegen den Strafbefehl

Warum wir uns wehren sollten

  • Keine Beweise vorhanden: Oft ist die Beweislage extrem dünn (z.B. bei Nötigung oder Unfallflucht steht Aussage gegen Aussage). Der Strafbefehl wird oft auf Verdacht erlassen, in der Hoffnung, dass Sie einfach zahlen.
  • Fehlender Vorsatz: Haben Sie einen Betrug nur aus Versehen begangen oder einen Unfall schlichtweg nicht gemerkt? Das Strafrecht verlangt fast immer Vorsatz. Kann dieser entkräftet werden, droht ein Freispruch.
  • Die Tagessätze sind zu hoch: Wie oben beschrieben: Wenn das Gericht Ihr Einkommen zu hoch eingeschätzt hat, rechnet sich ein "beschränkter Einspruch" wirtschaftlich sofort.
  • Führerschein retten: Soll die Fahrerlaubnis entzogen werden, lässt sich durch anwaltliche Argumentation (Existenzgefährdung) oft eine Umwandlung in ein kurzzeitiges Fahrverbot aushandeln.

So läuft der Einspruch ab

  • 1
    Fristwahrender Einspruch
    Ich lege für Sie sofort (und zunächst ohne Begründung) Einspruch beim Amtsgericht ein, um die 14-Tage-Frist zu stoppen und Rechtskraft zu verhindern.
  • 2
    Akteneinsicht beantragen
    Ich fordere die amtliche Ermittlungsakte bei der Staatsanwaltschaft an. Wir lesen schwarz auf weiß, welche Beweise gegen Sie vorliegen (Fotos, Zeugen, Protokolle).
  • 3
    Strategie & Schutzschrift
    Wir werten die Akte gemeinsam aus. Ich verfasse eine detaillierte Begründung (Schutzschrift) an Gericht und Staatsanwaltschaft, um die Vorwürfe zu entkräften.
  • 4
    Einstellung, Beschränkung oder Gericht
    Oft lenkt die Staatsanwaltschaft ein und das Verfahren wird ohne Verhandlung eingestellt (evtl. gegen kleine Auflage). Alternativ wird die Strafe schriftlich reduziert oder wir erstreiten vor Gericht einen Freispruch.

Lassen Sie die Frist nicht ablaufen!

Ein Anruf genügt, und ich übernehme die komplette Abwicklung für Sie. Je früher wir handeln, desto besser die Ausgangslage.

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Quellen: § 407 StPO (Zulässigkeit des Strafbefehls)  ·  § 410 StPO (Einspruch und Fristen)  ·  Stand: 2026